Wärmepumpen Vergleich Teil 2

Im letzten Jahr stiegen die Heizkosten für Verbraucher um nochmals 25 Prozent. Um die Energiekosten zu senken, kann man nicht nur das Eigenheim energetisch sanieren, sondern auch ein effizientes Heizsystem einsetzen

Wärmepumpen Vergleich: Erdwärme, Luft, Wasser


Wärmepumpen Vergleich Teil 2

Erdwärme, Luft, Wasser: Wärmepumpen heizen und kühlen mit Erneuerbaren Energien

Wer sich als Eigenheimbesitzer eine Wärmepumpe anschaffen möchte, sollte im Vorfeld die Gegebenheiten vor Ort kontrollieren. Bei der Entscheidung müssen die Eigenschaften des Untergrundes, der Wassergehalt, die Witterung und die notwendigen Baumaßnahmen mit einbezogen werden.



Sole-Wasser-Wärmepumpe – die effiziente Heizung

Sole-Wasser-Wärmepumpen werden auch als Erdwärmepumpen bezeichnet und nutzen sehr effizient die im Boden gespeicherte Wärme, auch als Geothermie bekannt. In dem unterirdischen, horizontalen Rohrsystem zirkuliert das Kühlmittel. Die so genannte Sole nimmt die Erdwärme auf. Vor dem Bau der Kollektoren müssen unter anderem das Erdreich, das Gestein, die Witterungseinflüsse und der Wassergehalt bzw. die Wassermenge untersucht werden. Das Rohrsystem benötigt eine weitläufige Baufläche und wird flach, etwa 1,2 Meter tief, in das Erdreich installiert. Für diese Baumaßnahmen entfallen aufwändige Bohrungen, die jedoch bei Erdsonden notwendig sind. Wer über keine ausreichend große Fläche verfügt, der muss mit Erdsonden in die Tiefe bauen. Diese werden mit Bohrungen von bis zu 250 Meter vertikal installiert. In dieser Tiefe herrscht eine konstante Temperatur von mindestens 10 Grad. Somit benötigt die Erdwärmepumpe weniger Strom, um zu heizen. Im Vergleich zu anderen Wärmepumpeninstallationen ist die Organisation notwendiger Baugenehmigungen und Baumaßnahmen sehr aufwändig.

Normalerweise ist die oberflächennahe Geothermie uneingeschränkt verfügbar. Dennoch sollte der Boden vor den Bauplanungen untersucht werden, um festzustellen, ob sich das Erdreich eignet oder das Grundwasser geschützt werden muss. Bei einem bereits gebauten Haus kann das Bohrgerät für die Zufahrt zu groß sein. Für diese Ausnahmefälle können andere Umweltenergien eingesetzt werden: das Grundwasser über Brunnenanlagen oder die Umgebungsluft zum Heizen.

Wärmepumpe Luft-Wasser

Luft-Wasser-Wärmepumpen – die flexible Heizung

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt die Umgebungsluft in das Innere des Hauses. Sie kann ganzjährig genutzt werden. Doch je nach Jahreszeit benötigt die Pumpe mehr oder weniger Strom, um das gasförmige Kühlmittel zu erwärmen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann ähnlich effektiv wie eine Erdwärmepumpe arbeiten – aber nur, wenn die Außentemperatur über 10 Grad ansteigt. Für den Hausbesitzer bedeutet es, dass er von den natürlichen Temperaturen abhängig ist. Im Gegensatz zu anderen Heizsystemen benötigt die Luft-Wasser-Wärmepumpe weniger Raum zur Installation und kann auch nachträglich in ein Wohnhaus eingebaut werden. Dazu sind die Anschaffungskosten gering und die Anlage kann sehr schnell aufgebaut werden, da weder Bohrungen noch Baugenehmigungen notwendig sind.

Luft-Luft-Wärmepumpen – das besondere Heizsystem

Die Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt kein Kältemittel und überträgt die Wärme direkt in die Heizanlage. Lüftungskanäle geben die Wärme ins Innere der Räume ab. Insbesondere in Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern arbeitet die Luft-Luft-Wärmepumpe optimal, weil die Räume kontrolliert belüftet werden. Auch in bereits gebauten Wohnhäusern steht einer Nachrüstung nichts im Wege. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann im eigenständigen Betrieb arbeiten, auch bis jenseits der -25°C. Dann springt lediglich ein Heizstab mit ein, um den Temperaturbedarf zu decken. Es spricht also spricht einiges für diese Pumpe: günstige Anschaffungskosten und der Verzicht auf Heizkörper. Zudem können Allergiker mit dieser Wärmepumpe aufatmen, da diese die Luft entfeuchtet.

Wasser-Wasser-Wärmepumpen – das offene Heizsystem

Als Wärmequelle nutzt die Wasser-Wasser-Wärmepumpe das Grundwasser, was das Kühlmittel im Heizkreislauf erhitzt. Über den Förderbrunnen wird das Wasser in die Pumpe geleitet und das abgekühlte Nutzwasser über den Schluckbrunnen in das Erdreich zurückgeführt. Im Vergleich mit anderen Wärmequellen weist es ganzjährig hohe Temperaturen auf. Deshalb ist die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ein effizientes Heizsystem, die zudem wenig Raum für den Aufbau benötigt.

In jedem Fall muss das Grundwasser auf seine chemische Zusammensetzung untersucht werden. Dabei wird ersichtlich, ob es sich für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe eignet: So können eine schlechte Qualität, Temperatur sowie eine zu geringe Wassermenge die Installation verhindern. Wer die Wasserqualität nicht im Vorfeld kontrolliert, dem droht ein Komplettausfall der Heizanlage. Nachteilig sind auch die hohen Kosten für die Brunnenbohrungen und die entsprechenden Genehmigungen. Zudem erwartet den Besitzer ein vergleichsweise hoher Wartungsaufwand. Dennoch lohnt sich die Anschaffung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpen, da diese sehr effektiv heizt und kein weiteres Heizsystem benötigt wird.

Feuer-Wasser-Wärmepumpe – die seltene Heizanlage

Dieser eher unbekannte Wärmepumpen-Typ ist unüblich und zudem wenig effektiv. Wer in seinem Eigenheim einen Ofens oder Kamin hat, kann diese Wärme zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung nutzen.


Vorteile und Nachteile von Wärmepumpen

Mit Erneuerbaren Energien zu heizen, ist sehr klimaschonend und kostensparend. Im Vergleich zu Gasheizungen senken Wärmepumpen CO2- Emissionen um rund 38 Prozent. Die Ökobilanz von Ölheizungen ist wesentlich schlechter, da sie sogar 57 Prozent mehr CO2 produzieren.

Weitere Vorteile auf einen Blick:

    -Wärmepumpen nutzen zu 75 Prozent kostenfreie, stets verfügbare und erneuerbare Wärmequellen: Erdwärme, Luft und Wasser.
    -Wärmepumpen sind flexible Heizsystemen, die in fast allen Gebäuden einsetzbar bzw. nachrüstbar sind.
    -Mit diesen modernen Heizanlagen werden Eigenheimbesitzer von teuren Gas- und Ölimporten unabhängig.
    -Wärmepumpen reduzieren Energie-, Wartungs- und Betriebskosten (z. B. Strom).
    -Die Systeme haben eine lange Lebensdauer und arbeiten sehr zuverlässig.
    -Wärmepumpen sind Multitalente und können auch zur Kühlung eingesetzt werden.
    -Einige Energieversorger geben Wärmepumpen-Besitzern günstigere Tarife.
    -Wer modernisiert, muss die bereits bestehende Heizung nicht herausreißen.

Nachteile

Wie bei den meisten Investitionen gibt es auch bei Wärmepumpen zwei Seiten der Medaille. Wer sich eine Erdwärmepumpe anschaffen möchte, der muss mit hohen Investitionskosten rechnen. Weitere Nachteile sind:

    -Für effiziente Heizleistungen sind gute Wärmedämmung, Fussboden- und Wandheizung erforderlich.
    -Oft wird eine weitere Heizanlage für die Warmwasserproduktion benötigt.
    -Wer keinen Strom aus Erneuerbaren Energien nutzt, verschlechtert die Ökobilanz erheblich.
    -Es sind teils schwankende Betriebskosten zu erwarten, weil nicht alle Wärmequellen eine konstante Temperatur vorweisen. So muss beispielsweise an
    kalten Tagen mehr Strom für Heizleistungen eingesetzt werden.

    -Für Eigenheimbesitzer kommen unterschiedlich hohe Anschaffungskosten und Baumaßnahmen hinzu, die von den örtlichen Gegebenheiten abhängen.
    -Es gibt Wärmepumpen, die auch Kältemittel enthalten, die der Umwelt schaden können.
    -Nur ein Fachmann kann eine solche Heizanlage effizient planen und ausführen.

Ein Neubau mit der passenden Wärmepumpe

Jeder, der derzeit sein Eigenheim baut, muss nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) Solaranlagen, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen fest mit einplanen. Im Vergleich mit herkömmlichen Heizsystemen unterschreitet die Wärmepumpe die zulässigen Werte für Energiequellen laut Energieeinsparverordnung (EnEV). Andere Systeme, wie Kohle- und Ölheizungen, überschreiten diese sogar. Doch nur wer Wärmepumpen vom Fachmann planen und installieren lässt, geht sicher, dass diese kostengünstig und effizient heizen.

Siehe auch: Ever Energy Wärmepumpen


Hier geht es zum Teil 1 Wärmepumpen im Vergleich.


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